Hürten, Heinz: Deutsche Briefe 1934-1938. Ein Blatt der katholischen Emigration, Bd. I
Kommission für Zeitgeschichte, Research Center, Bonn

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Hürten, Heinz: Deutsche Briefe 1934–1938.
Ein Blatt der katholischen Emigration, Bd. I: 1934–1935, Mainz 1969

(Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe A: Quellen, Bd. 6)

Heinz Hürten: Deutsche Briefe 1934–1938. Ein Blatt der katholischen Emigration, Bd. I: 1934–1935.

Heinz Hürten: Deutsche Briefe 1934–1938. Ein Blatt der katholischen Emigration, Bd. I: 1934–1935.

Von 1934 bis 1938 brachten zwei deutsche Katholiken in Luzern eine hektographierte Wochenschrift »Deutsche Briefe« heraus. Damit setzten sie den Kampf gegen den Nationalsozialismus fort, der ihnen in Deutschland unmöglich geworden war. Unter Schwierigkeiten und Gefahren vermittelten ihnen daheimgebliebene Freunde Nachrichten und Materialien, die anderen Presseorganen unzugänglich blieben. Die »Deutschen Briefe« konnten daher ungewöhnlich sachkundig über den Nationalsozialismus informieren. Sie wurden darüber hinaus zu einem Kanal, durch den einzelne Führungsgremien des deutschen Katholizismus ihre Auffassungen dem Ausland vernehmlich machen konnten, nachdem das im eigenen Lande schon längst nicht mehr möglich war.

Der sachliche Gehalt der »Deutschen Briefe« hat auch losgelöst von dem Anteil des Katholizismus an Schicksal und Leistung der deutschen Emigration Bestand. Viele historische, politische und soziale Analysen dieser Quelle sind inzwischen von der Forschung bestätigt worden. Den »Deutschen Briefen« gelang eine schlüssige Entlarvung des Nationalsozialismus und der ihm zugrunde liegenden Antriebskräfte. Im Mittelpunkt ihrer von tiefer Sorge bewegten Diagnosen stand die Situation der Kirche im nationalsozialistischen Staat. Der Kirchenkampf enthüllte den totalitären Gleichschaltungswillen und den pseudoreligiösen Anspruch des Systems; er warf aber auch die Frage auf, ob die deutschen Katholiken dieser Bewährungsprobe gewachsen seien.

In ihrem intellektuellen Rang wie in ihrer stilistischen Brillanz sind die »Deutschen Briefe« von einem der profiliertesten Publizisten geprägt, die das katholische Deutschland der Weimarer Republik besessen hatte. Der Essayist und politische Analytiker Waldemar Gurian, gleichermaßen vertraut mit der französischen und deutschen Geistesgeschichte wie mit der zeitgenössischen Realität des totalitären Bolschewismus, hat als anonymer Autor und Redakteur der »Deutschen Briefe« die publizistische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zu prinzipiellen Einsichten von bleibender Bedeutung vertieft.

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