Volk, Ludwig: Akten deutscher Bischöfe über die Lage der Kirche 1933–1945, Bd. IV
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Volk, Ludwig: Akten deutscher Bischöfe
über die Lage der Kirche 1933–1945, Bd. IV: 1936–1939, Mainz 1981

(Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe A: Quellen, Bd. 30)

Ludwig Volk: Akten deutscher Bischöfe über die Lage der Kirche 1933–1945, Bd. IV: 1936–1939.

Ludwig Volk: Akten deutscher Bischöfe über die Lage der Kirche 1933–1945, Bd. IV: 1936–1939.

Die 1968 bis 1979 erschienenen Bände I–III der bischöflichen Akten werden mit diesem Band IV fortgesetzt. Er umfaßt den Zeitraum von Ende August 1936 bis Ende 1939. In diese Zeit fallen zwei herausragende Ereignisse: die Verlesung der Enzyklika »Mit brennender Sorge« am 21. März 1937 und der Beginn des Krieges am 1. September 1939. Feste Orientierungslinien in der Vielfalt der ausführlich kommentierten Dokumente bilden die Protokolle, Denkschriften und Hirtenworte der Fuldaer Bischofskonferenz und des Konveniats der westdeutschen Oberhirten in Kevelaer. Ein Anhang enthält Berichte ausländischer Diplomaten in Berlin über den Kirchenkampf, besonders über den Widerhall der Enzyklika.

Dieser spektakuläre Angriff Pius’ XI. bewirkte keine Erleichterung, sondern eine Verschärfung des Kirchenkampfes; denn das Regime schlug zurück. Innerkirchlich hatte der Protest des Papstes zwei wichtige Folgen. Einmal verlieh er der Glaubenstreue und dem Behauptungswillen des Kirchenvolkes starken Auftrieb; zum andern ermutigte er dazu, die bisherige Kirchenkampf-Taktik der permanenten schriftlichen Beschwerden zu überprüfen und weitergehende Möglichkeiten zu überdenken. Das führte die Bischöfe Graf von Galen und Graf von Preysing zu der neuen Konzeption, die kirchenfeindlichen Gewaltmaßnahmen der Machthaber und ihre Fernziele ständig öffentlich, von der Kanzel herab, aufzudecken und bloßzustellen. Vom Breslauer Kardinal Bertram jedoch wurde diese Taktik abgelehnt.

Die Verlagerung der Dynamik Hitlers von der Machtsicherung im Innern zu außenpolitischer Aggression bedeutete keinen Kurswechsel im Kirchenkampf, dessen Ziel ( »Vernichtung des Christentums und insbesondere der katholischen Religion«; vgl. Dok. Nr. 346) politische Richtschnur blieb. Dies spiegelt sich in den kirchlichen Akten mit einer Fülle von Protesten gegen die Liquidierung katholischer Massenorganisationen und gegen die nationalsozialistische Schulpolitik wider. Die meisten katholischen Verbände hatten dank des Reichskonkordats 1933 die Gleichschaltung abgewehrt. Nun fielen sie lautlosen, aber gezielten Gestapoaktionen zum Opfer, angefangen vom Katholischen Jungmännerverband über den Verein Katholischer deutscher Lehrerinnen bis zu den Frauen- und Müttervereinen. Schulpolitisch kämpften die Bischöfe gegen die gesetz- und konkordatswidrige Verfälschung des Elternwillens, gegen die Abschaffung der Bekenntnisschulen und des Religionsunterrichts und gegen dessen antichristliche Verfremdung. Die gewaltsame Schließung der katholischen Ordensschulen Ende 1939 begrub die Hoffnung auf einen kirchenpolitischen Burgfrieden während der Kriegszeit.

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