Große Kracht, Klaus: Die Stunde der Laien?
Kommission für Zeitgeschichte, Research Center, Bonn

Kommission für Zeitgeschichte

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Große Kracht, Klaus: Die Stunde der Laien?
Katholische Aktion in Deutschland im europäischen Kontext 1920–1960,
Paderborn 2016

(Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen, Bd. 129)

Klaus Große Kracht: Die Stunde der Laien? Katholische Aktion in Deutschland im europäischen Kontext 1920–1960.

Klaus Große Kracht: Die Stunde der Laien? Katholische Aktion in Deutschland im europäischen Kontext 1920–1960.

Die »Katholische Aktion« (Actio Catholica) war eine weltweite laienapostolische Kampagne der Päpste Pius XI. und Pius XII. für die »Verchristlichung der Welt«. Der sogenannten »Pest des Laizismus« sollte in den weitgehend säkularisierten Gesellschaften des 20. Jahrhunderts eine religiöse Abwehrfront katholischer Laien entgegengesetzt werden.

Die in ihrem päpstlichen Ursprung durchaus antimoderne Programmatik zielte auf eine »fundamentalpolitische« Durchdringung der Gesellschaft: Über Schulungen und Öffentlichkeitsarbeit sollten die Gläubigen für kirchliche Belange mobilisiert werden. Versammlungen, Petitionen und Flugblattaktionen gehörten ebenso zu den Mitteln der Katholischen Aktion wie liturgische Feiern und Exerzitienkurse.

Wer sich die Sache der Katholischen Aktion zu eigen machte, galt als Teil einer kirchlich-religiösen Laienelite: So gab es kaum eine katholische Führungspersönlichkeit, die sich nicht am Gedankengut der Katholischen Aktion orientierte. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das allzu enge Gerüst der Katholischen Aktion jedoch zunehmend in Frage gestellt und stärker als zuvor die »Mündigkeit« des Christen in der Welt betont.

In der Forschung wurde die Bedeutung der Katholischen Aktion lange Zeit unterschätzt. Erstmals weist die Studie nach, wie tief der deutsche Laienkatholizismus zwischen Weimarer Republik und früher Bundesrepublik von ihren Ideen geprägt war: Interessiert schauten deutsche Laienkatholiken nach Italien und Frankreich, um sich von den dortigen Umsetzungsversuchen des päpstlichen Programms inspirieren zu lassen; zugleich reflektierten sie ihre eigenen Erfahrungen in Kirche und Welt im Rahmen der Katholischen Aktion. Auch in Deutschland bildete diese das zentrale kirchliche Experimentierfeld, auf dem der katholische Laie seine »moderne« Gestalt annahm. Die innovative Studie bietet eine umfassende Darstellung dieses zentralen »Dispositivs« des europäischen Laienkatholizismus im 20. Jahrhundert.

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