Oboth, Jens: Pax Christi Deutschland im Kalten Krieg 1945-1957
Kommission für Zeitgeschichte, Research Center, Bonn

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Oboth, Jens: Pax Christi Deutschland im Kalten Krieg 1945–1957.
Gründung, Selbstverständnis und »Vergangenheitsbewältigung«,
Paderborn 2017

(Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen, Bd. 131)

Jens Oboth: Pax Christi Deutschland im Kalten Krieg 1945–1957.

Jens Oboth: Pax Christi Deutschland im Kalten Krieg 1945–1957. Gründung, Selbstverständnis und »Vergangenheitsbewältigung«.

Die Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland zählte nach zwei verheerenden Weltkriegen zu den Voraussetzungen für ein versöhntes Europa. Die von Frankreich und katholischen Résistance-Kämpfern ausgehende Friedensbewegung Pax Christi leistete dazu einen historisch bedeutsamen Beitrag. Wie ihr deutscher Zweig auf die ihr aus Frankreich gereichte Hand zur Versöhnung reagierte, ist Gegenstand des Buches.

Es beschreibt, wie nach Kriegsende zunächst Einzelpersonen und Gruppierungen den Pax-Christi-Gedanken aufgriffen und engagiert vorantrieben. Sie wurden dabei nicht nur vom Kampf für Frieden, transnationale Versöhnung und die moralische Rehabilitierung Deutschlands getragen, sondern auch von der Idee für eine umfassende geistige Erneuerung Europas. Vom missionarischen Geist der Katholischen Aktion beseelt, bemühten sich Laien darum, im Zusammenspiel mit Vertretern der kirchlichen Hierarchie ein tragfähiges organisatorisches Gefüge aufzubauen und durch geistliche Aktivitäten auch auf politische Entscheidungsprozesse einzuwirken.

In der Frühphase des Kalten Krieges waren diese Bemühungen keineswegs spannungsfrei. Die ständige Opposition zum politischen Kurs der Regierung Adenauer, etwa in Fragen der NS-Prozesse, der Entnazifizierungsverfahren oder der Wiederbewaffnung, erschwerte eine breite gesellschaftliche Verortung. Zudem entbrannten Konflikte mit den Bischöfen um die politische sowie die pazifistische Ausrichtung der Bewegung. Hatten in den ersten Jahren die deutschen Kriegsgefangenen und die Integration der Ostvertriebenen im Mittelpunkt des Interesses gestanden, richtete sich der Blick der deutschen Pax-Christi-Aktivisten Mitte der 1950er Jahre vermehrt auf die Opfer des Dritten Reiches. Symbolorte des NS-Terrors wie z.B. Oradour-sur-Glane setzten bei ihnen einen Lernprozess in Gang, der Pax Christi zu einer Vorreiterin späterer transnationaler Versöhnungsinitiativen mit NS-Opfern machte.

Der Autor beschreibt erstmals die facettenreiche Gründungsgeschichte des deutschen Zweigs der Pax-Christi-Bewegung. Ein bislang kaum bekanntes Kapitel in der Kulturgeschichte der deutsch-französischen Beziehungen nach 1945 wird dadurch gründlich aufgearbeitet.

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